Montag, 16. Juni 2008

Hartmut und ich auf dem Mt. Everest der Treppen

Der Morgen begann mit einem Kampf. Hartmut (mein Fahrrad) und ich gegen die steile Kellertreppe. Nur damit das gleich mal klar ist: Ich rede hier nicht von irgendeiner Kellertreppe, sondern von der steilsten der Welt. In etwa so scharf ansteigend wie der Mount Everest. Zu allem Unglück hat die Mount-Everest-Kellertreppe auch noch beknackt schmale Stufen, auf denen man selbst mit Schuhgröße 37 nur schwer einen Fuß gerade aufstellen kann. Hartmut und ich also bereit für den Aufstieg. Im ersten Anlauf schaffe ich drei Stufen. Dann befinde ich mich in der Zwickmühle. Keine Kraft mehr und Hartmut sticht mir mit seiner Pedale in die Waden. So kann das nicht gehen. Trete also vorsichtig den Rückzug an. Nach kurzen, nach innen gerichteten, Schreianfällen und Wutausbrüchen versuche ich es wieder. Hartmuts Pedale wird erstmal fachmännisch nach hinten gedreht. Dann los. Schon nach Treppe fünf merke ich wie meine Arme zu Gummi werden. Hartmut wiegt etwa 90 Kilo, ich 50 - es ist und bleibt ein ungleicher Kampf. Erinnere mich dann kurz an all die tollen Sachen, die ich schon geschafft habe und kann für drei weitere Treppen Kräfte mobilisieren. Ich hänge ein Stück über der Hälfte mit Hartmut rechts im Arm und links ziehe ich mich an den Streben Stück für Stück weiter. Gefährlich ist immer der Moment des Loslassen, wenn ich eine neue Strebe greifen muss. Die 20 Zentimeter muss ich mich komplett auf meinen Körper verlassen. Hartmut zieht mich nach hinten. Ich denke daran wie übel es wäre wenn jetzt einer kommt und wie sehr derjenige dann lachen würde über mich und Hartmut wie wir da eingeklemmt zwischen Wand und Geländer die Treppe raufklettern. Kurz bevor ich oben bin, quasi am steilsten Punkt der Treppe, verlässt mich jeder Rest Kraft. Ich möchte laut Hilfe schreien oder Hartmut einfach loslassen. Und plötzlich ist das Vorderrad oben. Mit noch ein bisschen Kraft steht Hartmut plötzlich auf dem Treppenabsatz. Wir werfen noch einen letzten steilen Blick auf den Abgrund hinter uns und ich zittere vor Anstrengung. Gehe nochmal kurz in die Wohnung, um die Klamotte zu wechseln. Stelle fest, dass beide Arme mit blutigen Striemen überzogen sind. Verleihe mir den Reinhold-Messner-Orden und fahre zur Arbeit.

Donnerstag, 12. Juni 2008

Last-Minute-Aufsteherin

In den letzten Tagen bin ich echt zur Last-Minute-Aufsteherin geworden. Das erste Mal wache ich zwar so gegen 06.00 Uhr auf aber dann fängts auch schon an das Dilemma: Wenn ich erstmal wieder bei Bewusstsein bin, spüre ich erst wie gemütlich weich und warm das Bett ist und dann mag ich es so sehr wie draußen die Bäume im Morgenwind rauschen und manchmal gucke ich dann Freund beim Schlafen zu. Dieser Gemütlichkeitsdusel kann dann gern so bis Anschlag 08.00 Uhr andauern. Eigentlich müsste ich um sieben raus. Während ich so vor mich hindöse und alle zwei Minuten den Wecker ausmache, vergeht die Zeit wie im Flug. Und dann ist gerade noch Zeit für Duschen und Anziehen. Zum Frühstück gibts dann Einbrötchen vom Bäcker, das ich schnell essen muss bevor die Kollegen kommen damit se nicht sehen, dass ich jetzt Last-Minute-Aufsteherin bin. Das geht nämlich niemanden was an.

Mittwoch, 11. Juni 2008

Nomen est Novum

Bei frisch verheirateten Kolleginnen beobachte ich ja gern und immer wieder dasselbe Phänomen. Kurz nach der Heirat kommse wieder ins Büro und haben ihren alten Namen abgelegt. Dann kann es nich schnell genuch gehen mit der neuen Email-Adresse, dem neuen Türschild und wehe der alte Name taucht Minuten später noch in einem uralten Dokument auf. Und ganz schlimm: Wehe ein Mitarbeiter spricht Kollegin noch mit dem alten Namen an. Sofort sind die feinen Ehefrauen wer Neues. Die entwickeln dann auch immer so eine ganz besondere Fixiertheit auf ihren alten Namen. Wennse nur den ersten Buchstaben des alten Namens hören, wird schon gekeift: "So heiß ich nicht mehr!" Ich frage mich dann immer: Wenn man 30 Jahre oder mehr mit einem Namen gelebt hat, wieso kann es da nich auch mal drei Tage dauern bis der neue Name in der Firma akzeptiert ist? Wieso? Oder nicht? Oder wie?

Dienstag, 10. Juni 2008

Leichtigkeit des Seins

Nach der Arbeit zog es mich und den Kollegen Tommes noch zum Stadtparksee, ein paar gepflegte Bahnen schwimmen. Auf dem Heimweg war ich so herrlich müde wie man es nur nach Sport ist und träumte an der Ampel so vor mich hin. Aus dem Augenwinkel entdeckte ich wenig später einen uralten Kollegen noch aus Ausbildungszeiten. Ich entschied ihn nicht anzusprechen und guckte ihn von der Seite an. Seinen Wuschelkopf und den gespannten Blick, den er schon immer so hatte. Und mir fielen tausend Situationen ein, die wir damals zusammen erlebt haben. Das Polizeireportageseminar, das erste richtige Meeting und die vielen Tränen, die wir heulten weil Texte nicht gut gefunden wurden. Das alles fiel mir ein und ich mochte diesen Kollegen in diesem Augenblick so sehr wie damals. Als er sich umdrehte und mir direkt ins Gesicht sah, merkte ich, wie auch er entschied, dass zu viel Zeit vergangen war und aus einem "Hallo" schnell ein gestelltes Gespräch werden würde. Er lächelte mich lange an. Er erinnerte sich wohl auch an tausend Dinge. An diesem Abend war ich sehr glücklich. Zwei Menschen und kein Zwang aber lauter schöne Erinnerungen.

Montag, 9. Juni 2008

Schlürfen und schlurfen

Am frühen Nachmittag holte ich mir von oben aus der Teeküche eine Tasse sehr heißes Käffchen. Beim Befüllen hatte ich gar nicht so genau darauf geachtet, sie nicht zu voll zu machen und quälte mich dann mit übervollem Käffchen die Treppe runter zurück ins Büro. Dabei schlürfte ich im Gehen, um die Oberflächenspannung nicht voll auszureizen vom Becherrand und vergaß dabei die Füße in den Sommerschlappen zu heben. Die Mitarbeiter in den Büros die ich so passierte, quittierten meinen Auftritt durchgehend mit Kopfschütteln. Schönes Vorbild bin ich.

Sonntag, 8. Juni 2008

Menschen und Gesten

Manche Gesten an Menschen finde ich ganz großartig und kann mich stundenlang darüber freuen. Erst gestern saß am Nebentisch in einem Restaurant ein Mann mit seinem Freund, mit dem er gern und sehr laut lachte. Als ich ihn dabei freudig beobachtete, fing er meinen Blick auf und kniff die Augen zusammen. Ein Stereo-Augenzwinkern sozusagen. Die Geste fand ich ganz herzallerliebst.
Neulich im Seminar entdeckte ich am Seminarleiter auch eine ganz wunderbare Geste. Wann immer er etwas erklärte, nickte er in die Runde und riss dabei die Augen auf. Ich fand das Nicken sehr niedlich und mochte den Seminarleiter gleich noch ein Stückchen mehr.

Samstag, 7. Juni 2008

Nach Hause

Auf dem Newarker Flughafen zeigt Freund plötzlich auf eine dicke (sehr dicke, also wirklich dicke) Frau. "Guck mal, das Monster da - Wahnsinn. Sowas hab ich ja noch nie gesehen." Ich gucke kurz von meiner New-Yorker-Yoga-Zeitschrift hoch und registriere eine tatsächlich sehr dicke Frau. Vertiefe mich dann aber wieder in den Artikel über Reinigungsatmung. Freund erwähnt noch mehrfach die unglaubliche Dickheit. Im Flugzeug sagt Freund plötzlich "Guck mal, das Monster ist ja im Flugzeug." Gucke kurz von einem Yoga-Wettbewerbs-Artikel hoch und sehe die Dicke im Gang stehen. Wenige Minuten später stellt die Dicke ihre Tasche auf den Sitz neben Freund. Freund und ich gucken uns angsterfüllt an. "Die geht bestimmt gleich weiter", flüstere ich. Die Dicke steckt ihr Flugticket in die Sitztasche. Damit ist es klar: Freund wird neben dem Monster sitzen. Neun Stunden. Am Stück. Die Dicke quetscht sich in den Sessel. Etwa ein Viertel der Körpermasse quillt leider auf Freunds Sitz. Ich rücke nach außen und mache Platz für mehr Komfort für Freund. Die Masse quillt nach. Ich muss mehrfach Pipi, verkneife es mir aber. Nach neun Stunden, einer Blase kurz vor dem Platzen und einem Körpergefühl wie nach einer Nacht Ein-Meter-Bett sind wir da. Danke Gerechtigkeit.

Dienstag, 3. Juni 2008

New York Diary pt 5

Den heutigen Tag beginne ich mit einem Vers an das Ein-Meter-Bett:

Ein-Meter-Bett, Ein-Meter-Bett
Matratze hart wie Brett
Kissen riecht nach Mett
Ein-Meter-Bett, Ein-Meter-Bett
mit Dir isses Scheiße von A-Z.

Der Morgen beginnt mit Ganzkörperspasmen. Habe die ganze Nacht Raufasertapete inhaliert. Freund hat prima geschlafen. Natürlich. Nach kurzer Dusche geht’s los. Diesmal haben wir ein jüngst gesehenes Frühstückscafé im Auge. Auf der Speisekarte steht French Toast mit Grand-Marnier-Erdbeeren. Als wir den Laden endlich erreichen, gibt’s heute kein Frühstück. Memorial Day. Mannn! Hungern weiter und latschen ins Nirvana. Irgendwann die Rettung: die Magnolia Bakery. Bekannt aus Sex and the City. Und für ihre legendären Cupcakes. Muffins mit fettiger Fettcreme und Fett obendrauf. Kaufe einen zur Recherche. Dann noch Magic Cookies ohne Drogen aber mit viel Fett. Und Kokos. Also auch Fett. Die Recherche schlägt sich direkt auf die Hüften. Niedlich die kleine Bäckerei. Omma-Vorhänge wehen im Wind und die Verkäufer sind charmant. Mag ich. Sehr warm heute. Habe jetzt auch Zuckerschock und muss mit einer Spontan-Diabetes leben. Freund will nach China Town. Da war ich nu gerade im Oktober aber wenn Freund will dann will er. Fahren also nach China Town. Kaufe eine selbst gemachte Lemonade. Trotzdem will ich heute nicht mehr. Die Stadt fängt an zu nerven. Vor allem Hitze und das ständige Gelatsche. Da die Rettung. „Wolle Massage?“, fragt ein dürrer Chinese und fängt parallel schon an, meine Shopping-Tüten geplagten Schultern zu bearbeiten. Und wie ich wolle. Ein kurzer Satz und schon liege ich auf dem Massagegerät. Ein gynäkologischer Stuhl bloß umgedreht. Herr Chinese gibt alles und findet auf Anhieb die Schuhtüte von Kenneth Cole, die Schuhtüte von ShoeMania und die Klamottentüte von Abercrombie in meinem Kreuz wieder. Ein Kenner! Nich so gut gefällt mir die anschließende Handkantentechnik mit der Herr Chinese offensichtlich meinen Schädel zu spalten gedenkt. Danach bin ich wieder im Lack. Beim Bummel entdecken wir noch einen Fischspezialitäten-Geschäft. Spezialität: Frösche. Gerade wird ein Kunde bedient und wählt sich pralle Exemplare aus. Die Verkäuferin knetet das hässliche Ding sehr heftig und unter dem gespannten weißen Bauch treten die Organe hervor. Noch mehr Druck und das Ding platzt. Mir is übel und ich empfinde großes Mitleid für die Frösche, die in der Plastiktüte dämlich aus der Wäsche gucken. Wahrscheinlich hätten sie heute Morgen noch nicht gedacht, dass sie heute mit Currysauce serviert werden. Dann Soho. Nett da. Nehmen Platz in einem Café und bekommen lustlos Eiskaffee und rosa Brause lauwarm hingestellt. Trinken aus Hass und Rache extra langsam und geben wenig Tipp. Soll doch die blöde Kellnerkuh verhungern. Dann wieder Central Park. So zum Abschluss. Morgen geht’s ja schon nach Hause. Eine Nacht noch im Ein-Meter-Bett.

Montag, 2. Juni 2008

New York Diary pt 4

Meine Herren, Einzelbetten sind wirklich nicht für zwei gemacht. Mein Oberschenkel weist ein merkwürdiges Muster auf. Ich rätsele lange ob es jetzt die Raufaser-Tapete ist, die sich über Stunden aufgrund der Enge in meinen Körper gedrückt hat oder ob der New York Cheese Cake erste Wirkungen zeigt. Egal. Erstma duschen. Frühstück gibts im Starbucks unten an der Ecke. Biete Freund fünf Euro wenn er jemanden fragt ob es hier in New York auch Starbucks gibt. Hahaha. Überlege ob man mit einem Starbucks-Getränk solange hinkommt wie man Zeit zum nächsten Starbucks braucht. Finde ja. Heute steht Museum auf dem Plan. Shoppen is erstmal genuch. Wir gehen ins Museum of Natural History. Moma kann jeder. Merke, dass es langweilig ist ausgestopfte Tiere hinter Glas anzugucken wenn man die schon mal live gesehen hat. Gähne ausgiebigst. Freund sagt im Sekundentakt "Boring." vor Menschenmengen und findet es sehr lustig. Lache mit. Haben mit dem Museum auch die Space Show im Planetarium gebucht. Versinken im Sessel und lassen uns erklären, dass es kein Leben auf dem Mond gibt und gab und demnächst erstmal kein Komet auf der Erde einschlagen wird. Faszinierend. Man kann immer noch viel lernen auch im Erwachsenenalter. Bevor ich noch müder werde, ist die Space Show zu Ende. Gehen uns noch die Dino-Abteilung angucken. Langweilig. Fassen noch ein abgegrabbeltes Original-Dinoei ein und verschwinden in die Freiheit. Meatpacking-District steht auf dem Programm. 14. Straße. Wir nehmen einen Bus. Heute is mir den ganzen Tach übel. Habe noch Sodbrennen vom Vanilla-Latte. Mein Körper gewöhnt sich auch noch an die hohen Dosen Fett. Und während wir da so im Bus sitzen und mindestens eine Stunde brauchen bis zur 14. Straße wird mir immer übler. Als ich daran denke doch zu Fuß zu gehen, sind wir endlich da. Und was sehe ich? ShoeMania! Ein Laden der so heißt, MUSS von mir betreten werden. Mir is plötzlich nicht mehr übel. Ich will Schuhe. Kaufe Converse für 39 Dollar und fühle mich dank starker Währung mächtig. So müssen sich Norweger in Polen fühlen. Im Meatpacking District schlägt uns direkt Authentizität entgegen - in Form starken Müllgeruchs. Wir nehmen Platz im Spice Market und lassen uns ein Drei-Gänge-Menü servieren. Mango-Salat, Ente in Curry und Huhn (verbrannt). Danach Thai Juwels in Kokosnusseis. Bis auf das verbrannte Huhn alles super. Schleiche mich aufs Klo als die Rechnung kommt. Super Trick. Klappt immer. Entdecken den Meatpacking Discrict und fahren schließlich nach Hause. Abends gehts nochma los. Nach Greenwich Village. Freund is nach Jazz. Im Blue Note will man 30 Dollar pro Person für einen Platz an der Bar. Da nützt auch die Währung nix, finden wir doof und ziehen wieder ab. Landen im Blues Club. Musik is mittelmäßig, bleiben aber bis zur ersten Pause. Bei "Mustang Sally" singen alle mit. "Ride Sally, ride..." Hahaha. Wir reiten auch. Nach Hause. Taxi is nich. Kriegt man in Greenwich Village nich. Wir laufen also stundenlang durch die dunkle Nacht und finden irgendwann eins. Ein-Meter-Bett wir kommen!

Sonntag, 1. Juni 2008

New York Diary pt 3

Tach des Auszugs. Auf Wiedersehen teures Time-Hotel. Die Rezeptionsdame fragt zum Abschied noch ob irgendwas schief gelaufen ist und sie was hätten besser machen können. Freund und ich trauen uns nicht zu sagen, dass die Nacht im Time-Hotel uns jedes Mal vier paar neue Schuhe kostet. Schütteln also den Kopf, erzählen was von veränderten Reiseplänen und hauen ab. Der Doormen winkt ein Taxi ran und schon sind wir unterwegs zur Upper West Side, unserem neuen Zuhause. Dort werden wir auch freundlich empfangen und sogar der Schlüssel liegt unterm Schirmständer. Freund hatte kurz Panik, dass der dort nicht liegen könnte und wir komplett heimatlos wären. Is aber alles gut. Freund und ich müssen jetzt näher zusammenrücken und beziehen unser Kinderzimmer inklusive Kinderbett von einem Meter Breite. Egal. Kostet nix. Einem geschenkten Gaul soll man nicht und so, ne. Machen uns also auf den Weg zum nahe liegenden City Diner, um uns die Bäuche wieder mit fettgetränkten Spezialitäten vollzuschlagen. Freund wählt Rührei mit italienischer Wurst, ich nehme zwei Eier und Toast. Auf die Frage wie ich meine Eier mag bin ich kurz verwirrt. Wie kann man seine Eier mögen? Was auf den Tisch kommt wird gegessen. Soviel Entscheidungsfreiheit beim Essen macht mich wirr. Nehme Eier einmal umgedreht (turned). Die geturnedten Eier kommen dann mit einer Sättigungsbeilage von Bratkartoffeln. Ein gezielter Schnitt in den Mittelpunkt des Eigelbs, lässt nicht nur dieses herausquellen, sondern bringt auch das Bratfett ans Tageslicht. Die ölige Fettsuppe läuft auf dem Teller hin und her. Bin satt ohne zu essen. Da hilft nur Shopping. Im Mac Store stehen Freund und ich dumm rum und glotzen beknackt. Es gibt hier ja gar nichts Neues oder Unerwartetes. Nee, lass ma. Wir drehen dem Blendershop den Rücken und gehen wieder nach oben. Nächste Station: Tiffanys. Man kann auch ohne Heiratsversprechen Ringe geschenkt bekommen. Freund und ich suchten einen einfachen Ring mit feinem Diamanten aus, den ich dann romantisch vor dem Klo angesteckt bekam. Das is Liebe. Da stört man sich auch nicht an solchen Randparametern. Danach zurück zum Columbus Circle, unserem Lieblingsplatz. Im Whole Food Supermarket gibts alles was das Fressiherz begehrt. Kaufen Sushi und chillen im Central Park. Überlegen fieberhaft wie wir schnellstmöglich in New York sesshaft werden könnten. Uns fällt nichts ein.

Mittwoch, 28. Mai 2008

New York Diary pt 2

Der Morgen beginnt früh. Um vier bin ich eigentlich wach und will loslegen. Weil Freund noch friedlich schlummert, drehe ich mich auch einfach nochmal um. Draußen angenehmer Geräusch-Teppich auch Hupen, Straßengemurmel und dem Echo von Hupen und Straßengemurmel und dem Echo des Echo. So klingt New York. Ein Lautstärkegeflecht aus verschiedenen Echos, die passepartoutmäßig ineinander übergehen. Nee, habe keine Drogen genommen. Jetlag ist aber ähnlich. Das erste New Yorker Frühstück gibts im Brooklyn Diner ein paar Blocks weiter. Es riecht fettig, man wird sofort bedient und die Auswahl fällt im Angesicht der unfassbaren Produktpalette wirklich schwer. Man kann wählen zwischen fettigen Waffeln, fettigen French Toasts und fettigen aber als gesund deklarierten Fett-Pfannkuchen. Wir nehmen einmal Rührei mit Zwiebeln und Lachs und einen Vollkornpfannkuchen mit Blaubeeren und Ahornsirup. Lecker. Geht ab. So kann man gut in den Tag rollen. Dann rumgeschlendert. Stundenlang. Knie gibt schon nach wenigen Blocks den Geist auf. Kenne ich schon aus anderen Großstadtwanderungen wie Paris oder Berlin. Hamburg nich. Dat is keine Großstadt. Da geht das Knie nie kaputt. Habe diesmal zum Glück das Knie-Phänomen-Bandagen-Set für Großstädte eingepackt und kann das Drecksknie sofort schienen. Fühle mich wie 180. Das Seniorenknie funktioniert gestützt wieder einigermaßen. Da fällt mir eine Episode aus Paris ein. Nach zwei Tagen Hinundhergelatsche ging das verteufelte Mistknie zum ersten Mal kaputt. Da ging kein Schritt mehr. Freund und ich also in die Apotheke. Französisch-Kenntnisse: im Minusbereich. Und dann erstmal erklärt, dass wir da so ein Ding zum Knieschienen brauchen. Hahaha. War sehr lustig. Zumindest in der Nachbetrachtung. Am ersten Tag schon fleißig geshoppt. Hauptsächlich Broadway und 5th Avenue. Bei Abercrombie ist die Musik wie immer zu laut. Habe aber auch daran gedacht und kann dank Ohrenstöpsel endlich entspannt einkaufen. Vorbereitung ist alles. Nerdig irgendwie auch aber man ist halt auch nich mehr 20. Trotz Seniorenknie und allgemeiner Fußmüdigkeit bieten mir die zahlreichen Shops auf unserem Weg eine regelrechte Spontanremission. Sobald ich im Shop bin und Freund mir vorrechnet wie sensationell ich hier sparen kann, fühle ich mich fit. Erstaunlich. Hunger, Durst, Klo? Im Shop egal. Die Kreditkarte glüht. Und das ist erst Tag eins. Trinken ein Regular-Käffchen und entspannen zwischendurch. Milchschaum-Kaffee trinken nur Touristen.

New York Diary pt 1

Nachdem der Hautarzt mir in diesem Jahr fünf "unruhige" Muttermale aus dem Leib schnitt, gibts keine Sonnenurlaube mehr. Nö. Ich verbringe den Rest meines Lebens in kalkweißer No-Blässe und es ist mir absolut wurscht. Also New York. Kenn ich, mag ich, war ich schon. Man kann für nur 450 Tacken sogar nonstop fliegen von Hamburg aus. Wusste ich gar nicht. Somit is New York ja quasi um die Ecke. Nach knapp neun Stunden Flug mit einem herzlosen Pressfleischhühnchen-Teller und Salat mit Styropor-Geschmack zwischendurch endlich Landung in Newark. Dat is ja mal wat. Ein bisschen wie dieser Billig-Airline-Flughafen in Lüneburg mit Wellblechwänden und Pappdach. Net schlecht soweit. Aber wenigstens geht die Immigration schneller als am JFK. Mit Supershuttle ins Hotel gefahren. Liegt direkt am Times Square. Das Times Hotel besticht nicht gerade mit üppigen Zimmergrößen, bietet aber durchaus angenehmes Einrichtungsmaterial. Direkt nach dem Einchecken das Kleingedruckte entdeckt: "Preis kann aufgrund von Steuern und Zuschlägen variieren". Und wie er variiert. Im Quadrat nämlich und pendelt sich dann bei 300 Schleifen ein. Pro Nacht. Darauf einen Dujardin. Erstmal los. Freund hat Bekanntschaft in New York. Da solls erstmal zum Käffchen hingehen. Unterwegs cremigen New York Cheese Cake gekauft. Aktueller Plan: Jeden Tag einen essen. Scheiß auf Hosengröße null. Ist auch egal jetzt. Besuch im 22. Stock an der Upper West Side. Sehr angenehm. Dort kann man es aushalten. Bekanntschaft bietet uns Bett an. Kleiner aber fein. Wir beschließen dem beknackten Times Hotel morgen die Kündigung auf die Rezeption zu knallen und gehen essen. Zum Vietnamesen. Frühlingsrolle mit Shrimps und Pflaumensauce. Yes! Kleidergröße 7 ich komme!
Morgen mehr.

Donnerstag, 17. April 2008

Verzwickte Lage

Wenn einem ausgerechnet auf der Reeperbahn die Schuhe aufgehen, überlegt man sich mehrere Minuten ob man die am Boden entlang geschliffenen Bänder wirklich mit nackten Händen zumachen soll.

Mittwoch, 2. April 2008

Curry Sause

Gabs heute zum Mittach beim Asiaten.

Samstag, 29. März 2008

Schwedeneisbecher

Aus irgendeinem Grund habe ich seit einigen Tagen wieder die geschmackliche Höchstleistung des in der DDR allseits beliebten "Schwedeneisbechers" entdeckt. Und so mache ich mir gern als Schmankerl am Abend eine Portion dieser merkwürdigen Leckerei. Auf Vanilleeis, kommt Apfelmus, dann Eierlikör und schließlich geraspelte Mandeln. Ich bin mittlerweile sogar so überzeugt von diesem Süß-Fressi, dass ich es ernsthaft in ein Menü für Gäste integrieren würde. In Schichten serviert im dickwandigen Glas macht dat sicherlich was her. Allerdings kann ich es nicht Schwedeneisbecher nennen. Das wäre nu doch irgendwie Knackwurst. Derzeit überlege ich mir also Namens-Alternativen. Wie wäre es mit:

1. Eissandwich nach schwedischer Art
2. Iced Bratapfel mit Eierlikör
3. Matschepatsche geschichtet

Sonntag, 24. Februar 2008

Notiz

Bücher, die ich unbedingt noch schreiben muss wenn ich von der Dienstreise zurück bin:

1. Herr Wellmann redet übers Wetter
2. Barbecue im Lungenflügel
3. Blümerant!

Mittwoch, 20. Februar 2008

Hingehen! Aber zackig!

Ist mir Wurst ob ihr keine Varietés mögt und so Show-Kram Schnickschnack findet. Ihr geht jetzt sofort direktamente in den Wintergarten und guckt euch die Show an.

Montag, 18. Februar 2008

Im Teufelskreis des Knödels

Die Hose spannt, das Hemdchen knirscht. Beschissenerweise haben Urlaube in Österreich, die unter dem sportlichen Vorwand des Skifahrens gemacht werden, den üblen Nachteil das Körpervolumen im Nu zu potenzieren. Und so erinnert mich die neue Wumpeligkeit beinahe minütlich an Kaiserschmarrn mit Apfelmus, Wachauer Marillenknödel, Germknödel, Wiener Schnitzel, Käsespätzle und Frittatensuppe. Mhhm. Ich könnte ja direkt schon wieder...

Mittwoch, 6. Februar 2008

Neulich beim Mittagessen...

"So einen Tee, die Damen."

Lieblingskollegin und ich rühren lustlos im Tee rum. Sie so: "Sach ma, is dein Löffel auch so Uri-Geller-mäßig verbogen?"
Habe stundenlang gelacht.

Montag, 4. Februar 2008

Generaleinkauf

Is heute mal wieder fällig. Generaleinkauf bedeutet ganz viele Lebensmittel auf Vorrat zu kaufen. Auch für den Gefrierschrank. Vor allem Tiefkühl-Shrimps, Fisch, Gemüse und so Zeugs wie Tomatenmark, Essig und saure Gurken. Freund und ich machen das sehr selten. Deshalb kann ich mich sogar noch drauf freuen. Freund wird wieder ganz niedlich Dinge in den Korb packen, die ich dann heimlich wieder auspacke. Freunds Vorratsverständnis besteht nämlich zu 99 Prozent aus Süßkram und Marmelade. Bei 60 Prozent der von mir in den Korb gelegten Lebensmittel wird Freund angewidert das Gesicht verziehen, um mir seine Abneigung mitzuteilen. Es wird natürlich trotzdem gekauft und später zu Sprüchen wie: "Schmeckt ja doch ganz gut.", führen. So ein Generaleinkauf läuft eben doch immer gleich ab. Und heute abend werden wir zuhause alles auspacken und dann doch zum Thailänder gehen. Weil nix zu essen da ist. Wie immer.