Mittwoch, 17. September 2008
Widerliche Lemuren
Jeden Morgen passiere ich auf dem Weg zur Arbeit eine Berufsschule für zukünftige Werftmitarbeiter. An sich nichts Schlimmes. Möchte man meinen. Jedoch sind dort zweimal in der Woche auch Berufsschüler anzutreffen, die ich jedes Mal schon von Weitem erkenne und innerlich ganz fürchterlich brechen muss denn da muss ich immerhin vorbei. Nu isses so, dass Berufsschüler noch jung sind. Teenie-Alter quasi. Und wie übel so Teenies sind, das seh ich dann beim Passieren. In sich zusammengefallene, teiggesichtige, pickelige Lemuren, die stinkend fettige Teigwaren in sich reinstopfen und irgendwelche Sekrete auf den Bürgersteig husten. Und das Schlimmste: Es wird mit Händen in den Hosentaschen alles abgecheckt was an Weiblichkeit die enge Straße entlangläuft. Ich kann nicht glauben, dass ich einst auch zur Spezies dieser merkwürdigen Gestalten gehört haben muss. Kann echt nicht sein. Nee.
Sonntag, 24. August 2008
Nee, klar
Es gibt ja immer noch Menschen die glauben, dass man in der Schanze günstig wohnt. Tssstsss....
Dienstag, 19. August 2008
Ein Becher Cola
Neulich geriet ich ja in einen großen Gewissenskonflikt. Vom Fenster zur Schanze hin, beobachte ich gern mal so die Bettlerschaft der Meile. Ich kenne sie auch fast alle und den Netten geb ich gern mal einen Euro damit se sich ordentlich die Rübe weghauen können. Nu gibts da eine Bettlerin mit Kopftuch und Stock, die hat von mir noch nie einen Cent bekommen. Das liegt zu einen daran, dass se sich immer volldreist neben die Geldautomaten stellt und das Becherchen hinhält. Denkt die im Ernst, dass jemand der gerade seine mühsam verdienten Schleifen abgeholt hat, da direkt ein Scheinchen abgibt? Oder weiß sie nich, dass da keine Münzen aus dem Automaten fallen? Und dann entdeckte ich ein noch stärkes Stück. In einem unbeobachteten Moment zog die Alte eine 3-Liter-Colaflasche aus der Schürze und trank einen herzhaften Schluck. Dann aß sie auch noch Schogetten, die in der anderen Schürzentasche lagerten. Und dann hielt se wieder den Becher auf. Ich diskutierte dann lange mit Freund ob Cola nu ein Luxusgetränk ist oder nicht und ob jemand der Cola trinkt wirklich betteln muss. Ich bin immer noch nich sicher. Aber von mir kriegt die keinen Cent. Niemals.
Mittwoch, 30. Juli 2008
Schimmelpilze
Für die ein oder andere Schlaumeierei bediene ich mich ja gern wilder Thesen. Heute ergab sich beim Einkaufen mit Freund folgender Dialog:
Freund: Nee, nich die ollen Pifferlinge im Folienpaket kaufen. Die schimmeln doch immer gleich.
Ich: Wie Schimmel? Was denkst Du eigentlich welche Art von Kreatur so ein Pilz ist?
Hahaha. Is da was dran?
Freund: Nee, nich die ollen Pifferlinge im Folienpaket kaufen. Die schimmeln doch immer gleich.
Ich: Wie Schimmel? Was denkst Du eigentlich welche Art von Kreatur so ein Pilz ist?
Hahaha. Is da was dran?
Freitag, 25. Juli 2008
Einigkeit
...ist was wirklich Gutes. Neulich beobachteten Freund und ich eine Familienszene bei Ikea. Mudder wühlte mit Kind am Arm im Krabbeltisch und fand etwas, dass sie Vadder zeigen wollte. Deswegen gröhlte sie in seine Richtung:
"Papa, guck ma hier der Badteppich!"
Daraufhin sagte ich zu Freund:
"Freund, wenn wir irgendwann mal, nur mal so angenommen, auch ein Kind haben und ich dann auch irgendwie, nur mal so angenommen, "Papa" zu Dir sage, kannste mich dann gleich mit einem Kopfschuss niederstrecken?"
Freund sagte daraufhin:
"Das würde ich dann sicher gerne. Aber ich bin dann schon längst weg."
"Papa, guck ma hier der Badteppich!"
Daraufhin sagte ich zu Freund:
"Freund, wenn wir irgendwann mal, nur mal so angenommen, auch ein Kind haben und ich dann auch irgendwie, nur mal so angenommen, "Papa" zu Dir sage, kannste mich dann gleich mit einem Kopfschuss niederstrecken?"
Freund sagte daraufhin:
"Das würde ich dann sicher gerne. Aber ich bin dann schon längst weg."
Dienstag, 22. Juli 2008
Freitag, 11. Juli 2008
Bratlinge
Seit die Kollegen verreist sind, muss ich alleine Mittag machen. Was ich erst als furchtbar unangenehm empfand, hat sich jedoch im Laufe der Woche als gute Sache gezeigt. Ich esse weniger, fühle mich dadurch weniger voll und werde nicht mehr so müde. Und all das Geld, dass ich diese Woche gespart habe. Für ein St. Pauli-Mittag gehen gut und gern mal fünf Euro drauf. Das mal fünf macht 25. Da braucht selbst die gute alte Maunamea keinen Taschenrechner. 25 Tacken!! Das ist ja ein Bruchteil eines neuen Tiffany-Schmuckstücks oder ein neues Buch mit Hardcover! Toll. Oder ein Minianteil des extrem hohen Stromverbrauchs, den Freund und ich uns in Zeiten der Energiekrise gönnen. Überhaupt scheint momentan alles in der Krise zu stecken. Krise hier und da, ständig und immer. Ich kann das Wort schon nich mehr hören. Ich kriech direkt die Krise. Hahaha. Der war übel, musste aber mal raus. Also zum eigentlichen Thema: Bratlinge. Eigentlich keine große Sache. Aus Soja und Gemüse bestehende Rondelle, die man im Reformhaus kaufen kann. Für wenig Geld. Die haut man einfach in die Pfanne und schon isses fertig das ökologische Bratling-Mittag. Das Wort allerdings finde ich sehr schön. Bratling. Erinnert mich so ans Mittelalter wo alle möglichen Menschengruppierungen irgendwelche - linge waren. Der Bratling an sich schmeckt auch ganz gut. Mit Ketchup. Mit Ketchup schmeckt übrigens alles gut. Bratlinge rocken. Echt.
Mittwoch, 9. Juli 2008
Wimmer (Wortkombi aus Sommer und Winter)
So ist es eben. Mein Gott, macht doch nix wenn da draußen Minus 20 Grad sind, obwohl wir Mitte Juli haben - also Hochsommer eigentlich. Und im Grunde nervt es auch total aus 300 fabrikneuen T-Shirts auszuwählen oder sich Kleidungsstücke rauszusuchen, die besonders viel Haut zeigen weil es ja draußen so scheißeheiß ist. Finde ich alles voll überflüssig und die Winterjacke kann ruhig das ganze Jahr getragen werden, war ja teuer genug. Und wer braucht schon flirrende Sommerhitze mit einer Luft so weich wie Watte, Ozonduft auf der Haut und einem vor Sommerglück platzenden Herz? Braucht man nicht. Echt nicht. Nö.
Mittwoch, 2. Juli 2008
Alster-Ganges
Seit meinem Besuch im Stadtpark-See, der von mir ab sofort nur noch "Alster-Ganges" genannt wird, leide ich in Folge an verschiedenen merkwürdigen und mich spontan heimsuchenden Krankheiten. Mitten im Hochsommer, am wahrscheinlich heißesten Tag des Jahres, überraschte mich mein Immunsystem mit einem fetten Schnupfen inklusive Hals, der so rau ist, dass man damit Nägel feilen könnte. Davor plagte mich eine ausgewachsene Magenschleimhautentzündung. Ich bin gespannt wie ein Flitzebogen welche Viren und Bakterien ich mir beim kurzen Badevergnügen vor Wochen noch einfangen habe.
Dienstag, 1. Juli 2008
Jogging mit Maunamea
Gestern war der Tag der Tage. Mauni auf dem Weg in die neue Sportlichkeit. Es sollte eine richtig schöne Jogging-Stunde werden. Mit allem drum und dran, ordentlich anstrengend und danach voller Endorphine. Es wurde Hühnerscheiße. Man kann eben nich chinesisch sprechen wenn man es nie gelernt hat. Hier der Tatsachenbericht:
Minute 10: Nee, super. Toll. Fühle mich großartig. Die neuen Schuhe passen wie angegossen, mir tut nix weh. Geht ab.
Minute 15: Puls 170? Wie schnell kann das Herz bevor es sich überschlägt? Spüre Stiche in der Seite. Was soll das? Muss kurz gehen.
Minute 18: Gehe immer noch. Puls geht nich mehr runter.
Minute 25: Laufe wieder. Unter großen Schmerzen und übelster Anstrengung. Jede Zelle schreit: aufhörn! Ich höre nich auf. Verlaufe mich lieber. Kriege Riesenhals auf Planten un Blomen. Wer hat diesen Scheißgarten so beknackt angelegt?
Minute 34: Wo bin ich? Muss wieder gehen um die Orientierung wiederzugewinnen. Bin ich noch in Hamburg?
Minute 38: Laufe wieder. Irgendwohin. Puls ist am Anschlag 182. Halte wieder an.
Minute 42: Die Gegend kommt mir bekannt vor. Juhu, es geht nach Hause. Fange langsam wieder an zu laufen.
Minute 52: Fast da. Yes! Puls riesenhoch, jede Zelle tut weh. Ich sterbe.
Minute 56: Gehe den Rest. Komme keuchend zu Hause an. Möchte nie wieder joggen.
Minute 10: Nee, super. Toll. Fühle mich großartig. Die neuen Schuhe passen wie angegossen, mir tut nix weh. Geht ab.
Minute 15: Puls 170? Wie schnell kann das Herz bevor es sich überschlägt? Spüre Stiche in der Seite. Was soll das? Muss kurz gehen.
Minute 18: Gehe immer noch. Puls geht nich mehr runter.
Minute 25: Laufe wieder. Unter großen Schmerzen und übelster Anstrengung. Jede Zelle schreit: aufhörn! Ich höre nich auf. Verlaufe mich lieber. Kriege Riesenhals auf Planten un Blomen. Wer hat diesen Scheißgarten so beknackt angelegt?
Minute 34: Wo bin ich? Muss wieder gehen um die Orientierung wiederzugewinnen. Bin ich noch in Hamburg?
Minute 38: Laufe wieder. Irgendwohin. Puls ist am Anschlag 182. Halte wieder an.
Minute 42: Die Gegend kommt mir bekannt vor. Juhu, es geht nach Hause. Fange langsam wieder an zu laufen.
Minute 52: Fast da. Yes! Puls riesenhoch, jede Zelle tut weh. Ich sterbe.
Minute 56: Gehe den Rest. Komme keuchend zu Hause an. Möchte nie wieder joggen.
Donnerstag, 26. Juni 2008
Hündchen
Auf dem Nachhauseweg mit Hartmut entdeckte ich an einer Hausecke einen Mann mit Hundekörbchen. Er hatte davor ein Schild aufgestellt: "Jack-Russell-Terrier zu verschenken". Ich mag diese Art Hund und blieb stehen. Im Körbchen krochen die kleinen Welpen planlos im Kreis herum. Die kleinen Pfoten, die niedlichen Knopfaugen - es passierte sofort. Hund! Sofort Hund! Mitnehmen! Hund! Manchmal hasse ich es eine Frau zu sein, da passieren so Dinge beim Anblick niedlicher Lebewesen, die mich auf ein Existenzminimum katapultieren, in dem es nur zehn Worte gibt. Von denen übrigens jedes zweite "haben" ist. Da stand ich also und starrte und wurde von einem Hündchen ebenso angestarrt. Wir guckten uns minutenlang in die Augen. "Da haben se sich ja ein schönes Tierchen ausgeguckt", sagte der ältere Herr freundlich. Ich nannte das schöne Tierchen im Kopf bereits bei seinem neuen Namen: "Günther". Günther und ich - wir hatten eine tolle Zukunft vor uns. Wir würden im Sommer durch blühende Wiesen toben, im Winter auf der Couch kuscheln und jeden Morgen zum Pieseln auf den Galao-Strich gehen. Günther und ich. Günther guckte immer noch und legte sein Köpfchen ein bisschen schief. Niedlicher ging`s jetzt echt nicht mehr. Als sich mein Verstand kurz zurückmeldete fielen sie mir ein die tausend Gründe:
1. Wasserbetten und Welpen werden niemals Freunde.
2. Hunde sind keine Kuscheltiere, die brauchen Erziehung. Hundeschule einmal die Woche.
3. Freund findet Hunde vielleicht doof und freut sich nicht wenn Günther zur Tür reinkommt.
4. Der alte Holzboden wird Günthers Anfangspipi aufsaugen und übel riechen.
5. Günther will vielleicht spielen wenn ich Yoga machen will.
6. Will ich überhaupt mit Günther spielen wenn ich keine Lust habe?
7. Ich bin doch eigentlich ein Katzentyp. Günther ist ein Hund.
8. Und was is mit Urlaub? Günther muss dann immer mit.
9. Und was das alles kostet...
An dieser Stelle möchte ich abbrechen. Ich nahm Hartmut und fuhr einfach weg. Es ist wirklich besser so. Ganz bestimmt.
Günther, buhuhuhu. Komm zurück!
1. Wasserbetten und Welpen werden niemals Freunde.
2. Hunde sind keine Kuscheltiere, die brauchen Erziehung. Hundeschule einmal die Woche.
3. Freund findet Hunde vielleicht doof und freut sich nicht wenn Günther zur Tür reinkommt.
4. Der alte Holzboden wird Günthers Anfangspipi aufsaugen und übel riechen.
5. Günther will vielleicht spielen wenn ich Yoga machen will.
6. Will ich überhaupt mit Günther spielen wenn ich keine Lust habe?
7. Ich bin doch eigentlich ein Katzentyp. Günther ist ein Hund.
8. Und was is mit Urlaub? Günther muss dann immer mit.
9. Und was das alles kostet...
An dieser Stelle möchte ich abbrechen. Ich nahm Hartmut und fuhr einfach weg. Es ist wirklich besser so. Ganz bestimmt.
Günther, buhuhuhu. Komm zurück!
Dienstag, 24. Juni 2008
Hamburger Schlemmer-Sommer mit Maunamea - Das Brook
Neues Restaurant, neues Glück. Jede Woche ein Gourmet-Fressi-Menü. Heute waren wir im Brook gegenüber der Speicherstadt. Ich hatte es kurz gegen das eigentlich vorgesehene Indochine getauscht, dessen Küche ich eher beknackt finde. Und siehe da: ein guter Tausch. Aber lest selbst:
Gruß aus der Küche:
Ziegenkäse-Bonbon an tropischem Chutney. Oh mein Gott. Bin ich im Himmel? Sowas kann unmöglich von Menschenhand gemacht sein. Der sahnige Ziegenkäse ist lauwarm und schmilzt im Mund während die knusprige Teigschicht ganz tolle Röstaromen präsentiert. Kombiniert mit dem süßen Fruchtchutney aus Mango und noch irgendwas plus einem Hauch Curry ist der Gruß aus der Küche eine kulinarische Rakete (Typ Ariane). Hoffe auf weitere Ziegenkäsebonbons in den Gängen 1 bis 7.
Zweierlei Tuna-Sashimi "heiß-kalt" mit Honig-Soja-Vinaigrette und Avocadocreme:
Da liegt ein kulinarisches Weltwunder auf dem Teller. Die kalte Version ist ein ganz frischer dünn geschnittener Thunfisch in wunderbarer Vinaigrette mit null Fischgeschmack. Die warme Variante, ein "Kügelchen" angerösteter Thunfisch mit einer Doppelhülle aus Algen und drüber ein Mantel aus knusprigem Teig. Ich habe nicht die geringste Ahnung wie so etwas technisch hergestellt wird. Ich möchte sterben. Soviel Leckerheit kann ich nicht aushalten. Die Avocadocreme gibt mir den Rest. Ich sterbe einen Genusstod. Doch was ist das? Da kommt schon der nächste Gang.
Asiatische Spaghetti in Sweet-Chili-Sauce:
Beim Lesen des Menügangs fällt mir sofort die orangene Fertig-Sauce mit den roten Stücken ein, die es beim Chinesen gibt. Ich erwarte den üblich chemisch instantösen Geschmack aber er kommt nicht. Irgendwann muss es doch mal schlechter werden. Doch nicht bei diesem Gang. Tomaten, Ingwer, Frühlingszwiebeln, Soja, Zitronengras und viele weitere Aromen machen diesen Gang zu einer weiteren Offenbarung. Ich möchte den Koch inzwischen ganz dringend heiraten. Die Aromenvielfalt dieser Spaghetti überrascht mich permanent. Auf süß folgt scharf und umgekehrt. Ich definiere im Kopf schnell ein neues Wort: Sürf! Es schmeckt sürf! Herrlich sürf.
Doraden-Filet auf Mulligatawny-Kokos-Risotto mit Zitrus-Chutney:
Mulli was? Egal, rein damit. Das Risotto schmeckt ein wenig zu durch und irgendwie nach Milchreis. Daran ist wohl die Kokosmilch Schuld. Die Dorade ist dagegen wunderbar. Das weiße Fleisch ist zart und frisch. Sehr ordentlich. Das Zitrus-Chutney ist heute aus Tomaten. Macht aber nix. So fertig. Nächster Gang bitte.
Litschi-Espuma:
Das Sorbet von früher ist heute ein Espuma. Und: ich mag es. Sorbets fand ich immer doof. Crushed Eis mit Sirup im schlimmsten Fall is noch Prosecco dran. Da lob ich mir dieses neumodische Molekular-Zeugs. Solange man es nicht übertreibt und in der Küche kein Periodensystem rumliegt, kann man das mal machen. Das Litschi-Espuma ist toll. Geschmack ohne Konsistenz. Also Geschmack in Reinform. Im Mund bleibt nichts übrig als Geschmack. Und ich liebe Litschis. Espuma rockt.
Angus-Rumpsteak in Wasabi-Pankokruste mit Togarashi-Pfeffer-Kartoffelpüree und Teriyaki-Spinat:
Also den Gang hätte ich nicht gebraucht. Ich bin ziemlich satt und die einzelnen Tellerbestandteile sind es auch nicht wert noch reingezwungen zu werden. Der Spinat schmeckt ist aber kalt wie immer. Spinat kann man nicht warm halten. Es tröstet mich, dass nicht nur ich das nicht kann. Das Kartoffelpüree mit Pfeffer ist so gar nicht meins und schmeckt disharmonisch und dann das Fleisch. Suche unter der Kruste nach dem Angus-Steak. Hallo? lo? lo? lo? Da is was rosa aber es schmeckt nur nach Kruste. Die blöde Kruste ist hier als Domina unterwegs und hat den Fleischgeschmack komplett in die Wüste geschickt. Und dabei gemeinsame Sache mit der Sauce gemacht. Nee, hier is kein Fleisch mehr zu schmecken. Das könnte auch gut Waschlappen sein, der hier überbacken wurde. Danke, nein. Räumt das ab. Sofort.
Gratiniertes Limettenparfait mit Topfen-Gnocchis und Rhabarber:
Yes! Limetten und Parfait in einem. Ich sterbe schon vor Glück bevor ich probiere. Das Parfait is perfekt und die frischen Limetten feiern im Mund ein harmonisches Chill-Out mit dem Rhabarber. Zum Schluss noch ein Topfen-Gnocchis. Fein quarkig und zum Glück ziemlich klein macht es sich das süße Ding noch auf den Hüften bequem. Fein. Sehr fein. Limetten-Parfait, möchtest Du die hier anwesende Maunamea zur Frau nehmen und für immer von Dir probieren lassen? Sag ja!
Und sonst: Sehr nettes Ambiente mit gemütlicher rot-schwarz-Einrichtung. Dazu weiße Tischdecken und schönes Licht. Publikum eher international und zufällig in der Gegend. Is aber egal. Das gute Essen lenkt sowieso von allem ab. Bedienung sehr freundlich. An Wein sind leider fast nur deutsche Sorten zu haben.
Das Beste am Abend: Limetten-Parfait? Ziegenkäse-Bonbon? Tuna? Manno.
Gruß aus der Küche:
Ziegenkäse-Bonbon an tropischem Chutney. Oh mein Gott. Bin ich im Himmel? Sowas kann unmöglich von Menschenhand gemacht sein. Der sahnige Ziegenkäse ist lauwarm und schmilzt im Mund während die knusprige Teigschicht ganz tolle Röstaromen präsentiert. Kombiniert mit dem süßen Fruchtchutney aus Mango und noch irgendwas plus einem Hauch Curry ist der Gruß aus der Küche eine kulinarische Rakete (Typ Ariane). Hoffe auf weitere Ziegenkäsebonbons in den Gängen 1 bis 7.
Zweierlei Tuna-Sashimi "heiß-kalt" mit Honig-Soja-Vinaigrette und Avocadocreme:
Da liegt ein kulinarisches Weltwunder auf dem Teller. Die kalte Version ist ein ganz frischer dünn geschnittener Thunfisch in wunderbarer Vinaigrette mit null Fischgeschmack. Die warme Variante, ein "Kügelchen" angerösteter Thunfisch mit einer Doppelhülle aus Algen und drüber ein Mantel aus knusprigem Teig. Ich habe nicht die geringste Ahnung wie so etwas technisch hergestellt wird. Ich möchte sterben. Soviel Leckerheit kann ich nicht aushalten. Die Avocadocreme gibt mir den Rest. Ich sterbe einen Genusstod. Doch was ist das? Da kommt schon der nächste Gang.
Asiatische Spaghetti in Sweet-Chili-Sauce:
Beim Lesen des Menügangs fällt mir sofort die orangene Fertig-Sauce mit den roten Stücken ein, die es beim Chinesen gibt. Ich erwarte den üblich chemisch instantösen Geschmack aber er kommt nicht. Irgendwann muss es doch mal schlechter werden. Doch nicht bei diesem Gang. Tomaten, Ingwer, Frühlingszwiebeln, Soja, Zitronengras und viele weitere Aromen machen diesen Gang zu einer weiteren Offenbarung. Ich möchte den Koch inzwischen ganz dringend heiraten. Die Aromenvielfalt dieser Spaghetti überrascht mich permanent. Auf süß folgt scharf und umgekehrt. Ich definiere im Kopf schnell ein neues Wort: Sürf! Es schmeckt sürf! Herrlich sürf.
Doraden-Filet auf Mulligatawny-Kokos-Risotto mit Zitrus-Chutney:
Mulli was? Egal, rein damit. Das Risotto schmeckt ein wenig zu durch und irgendwie nach Milchreis. Daran ist wohl die Kokosmilch Schuld. Die Dorade ist dagegen wunderbar. Das weiße Fleisch ist zart und frisch. Sehr ordentlich. Das Zitrus-Chutney ist heute aus Tomaten. Macht aber nix. So fertig. Nächster Gang bitte.
Litschi-Espuma:
Das Sorbet von früher ist heute ein Espuma. Und: ich mag es. Sorbets fand ich immer doof. Crushed Eis mit Sirup im schlimmsten Fall is noch Prosecco dran. Da lob ich mir dieses neumodische Molekular-Zeugs. Solange man es nicht übertreibt und in der Küche kein Periodensystem rumliegt, kann man das mal machen. Das Litschi-Espuma ist toll. Geschmack ohne Konsistenz. Also Geschmack in Reinform. Im Mund bleibt nichts übrig als Geschmack. Und ich liebe Litschis. Espuma rockt.
Angus-Rumpsteak in Wasabi-Pankokruste mit Togarashi-Pfeffer-Kartoffelpüree und Teriyaki-Spinat:
Also den Gang hätte ich nicht gebraucht. Ich bin ziemlich satt und die einzelnen Tellerbestandteile sind es auch nicht wert noch reingezwungen zu werden. Der Spinat schmeckt ist aber kalt wie immer. Spinat kann man nicht warm halten. Es tröstet mich, dass nicht nur ich das nicht kann. Das Kartoffelpüree mit Pfeffer ist so gar nicht meins und schmeckt disharmonisch und dann das Fleisch. Suche unter der Kruste nach dem Angus-Steak. Hallo? lo? lo? lo? Da is was rosa aber es schmeckt nur nach Kruste. Die blöde Kruste ist hier als Domina unterwegs und hat den Fleischgeschmack komplett in die Wüste geschickt. Und dabei gemeinsame Sache mit der Sauce gemacht. Nee, hier is kein Fleisch mehr zu schmecken. Das könnte auch gut Waschlappen sein, der hier überbacken wurde. Danke, nein. Räumt das ab. Sofort.
Gratiniertes Limettenparfait mit Topfen-Gnocchis und Rhabarber:
Yes! Limetten und Parfait in einem. Ich sterbe schon vor Glück bevor ich probiere. Das Parfait is perfekt und die frischen Limetten feiern im Mund ein harmonisches Chill-Out mit dem Rhabarber. Zum Schluss noch ein Topfen-Gnocchis. Fein quarkig und zum Glück ziemlich klein macht es sich das süße Ding noch auf den Hüften bequem. Fein. Sehr fein. Limetten-Parfait, möchtest Du die hier anwesende Maunamea zur Frau nehmen und für immer von Dir probieren lassen? Sag ja!
Und sonst: Sehr nettes Ambiente mit gemütlicher rot-schwarz-Einrichtung. Dazu weiße Tischdecken und schönes Licht. Publikum eher international und zufällig in der Gegend. Is aber egal. Das gute Essen lenkt sowieso von allem ab. Bedienung sehr freundlich. An Wein sind leider fast nur deutsche Sorten zu haben.
Das Beste am Abend: Limetten-Parfait? Ziegenkäse-Bonbon? Tuna? Manno.
Montag, 23. Juni 2008
Im Konsum
Am Wochenende war ich mal in Dresden. Zum ersten Mal um genau zu sein. Dresden is mir damals, obwohl ich Ossi bin, komplett entgangen. Dabei ist es wirklich schön da - dagegen kann Hamburg sich mal gepflegt in die Ecke stellen. Okay da gibts Platte, aber die gibts auch in Hamburg abseits der Alster in Form von Hamm, Mümmelmannsberg, Bergedorf usw. Auf meinem Spaziergang durch die Stadt entdeckte ich einen "Konsum". In einem "Konsum"-Laden ging man früher einkaufen. Und man sprach es mit kurzem U aus. Also nich wie "Monsun", sondern eher wie "kurz um". Jaja. Jetzt überlegte ich also ziemlich intensiv warum das früher mit kurzem und nicht wie heute mit langem u ausgesprochen wurde denn eigentlich heißt es doch "Konsuuuhhhm". Das heute total verpönte Wort, das inzwischen nur noch von Systemkritikern wie Tokio Hotel verwendet wird, kannte man wohl damals nicht als solches. Zumindest war die Bedeutung eine andere. Ja, es war auch damals Konsuuuhhm. Aber weil es eben noch nich so viel zu konsumieren gab, sprach man es eben kürzer aus. So muss es sein. Und Konsuuuhhm, wo es heute alles gibt, ist heute eben die Steigerung zu Konsum, wo es damals nix gab. Genau.
Freitag, 20. Juni 2008
Gespräch vor dem Spiel (belauscht)
Typ A: Und wo heute?
Typ B: Jooaah, Portugal oder D?
Typ A: D natürlich. Portugal is mit portugiesischem Kommentar.
Typ B: Ja, stimmt.
Typ: A: Schanze muss man früh da sein.
Typ B: Ja, mindestens Stunde.
Typ A: Rossi?
Typ B: Nee, is drin. Da schwitzt man so. Was is mit Bedford?
Typ A: Nee, blöde Röhre.
Typ B: Und Sul?
Typ A: Nee, blöder Sound. Günnis?
Typ B: Muss man konsumieren?
Typ A: Ja.
Typ B: Und Bier? Fällt auf?
Typ A: Ja, viele Bedienungen, kleiner Laden. Kriegen wir nich durch.
Typ B: Dann bei mir.
Typ A: Okay.
Typ B: Jooaah, Portugal oder D?
Typ A: D natürlich. Portugal is mit portugiesischem Kommentar.
Typ B: Ja, stimmt.
Typ: A: Schanze muss man früh da sein.
Typ B: Ja, mindestens Stunde.
Typ A: Rossi?
Typ B: Nee, is drin. Da schwitzt man so. Was is mit Bedford?
Typ A: Nee, blöde Röhre.
Typ B: Und Sul?
Typ A: Nee, blöder Sound. Günnis?
Typ B: Muss man konsumieren?
Typ A: Ja.
Typ B: Und Bier? Fällt auf?
Typ A: Ja, viele Bedienungen, kleiner Laden. Kriegen wir nich durch.
Typ B: Dann bei mir.
Typ A: Okay.
Mittwoch, 18. Juni 2008
Insel des Glücks
Manchmal findet man im Meer des Alltags plötzlich kleine Inseln. Meine fand ich heute Mittag auf einem St. Pauli Dach. Eingeladen wurde ich von der zauberhaften Angelique. Wir ließen uns den Frühlingswind um die Nase wehen, aßen Salat mit Pute, später Erdbeeren und schnackten über dies und jenes. Wir beide da oben auf dem Dach mit der Welt zu unseren Füßen und den Problemen, die von oben ganz klein geworden waren. Leider hatten wir nur eine Stunde Zeit. Und wie es Mihaly Csikszentmihaly in seinem Buch "FLOW - Das Geheimnis des Glücks" schon beschrieb, vergeht die Zeit schneller wenn man glücklich ist. Das Leben ist echt ne Sau.
Dienstag, 17. Juni 2008
Telko um vier
Man kann wirklich lange auf den Start einer "Telko" (für Einsteiger: Telefonkonferenz) warten, wenn vorher nicht festgelegt wurde, wer wen anruft. Und so sitze ich und warte darauf, dass irgendwer anfängt.
Montag, 16. Juni 2008
Hamburger Schlemmer-Sommer mit Maunamea - Das Atlantic
Zum Geburtstag schenkte mir Freund ein wunderbares Gutscheingeschenk: eine Selektion verschiedener Menüs in verschiedenen Restaurants im Rahmen des Schlemmer-Sommers. Heute war der erste Fressi-Termin. Das Atlantic erwartete uns um halb sieben mit einem feinen Menü, dass ich hier wie folgt und auf Heinz Hormännische Art und Weise auseinanderzunehmen gedenke. Also, geht los:
Brot mit Butter oder Schmierkram:
Sehr frisch und lecker. Krosses Brot mit Nüssen oder Kräutern trifft auf Butter. Fünf Punkte.
Gruß aus der Küche:
Creme Brülée von der Entenstopfleber. Eigentlich esse ich sowas nich. Erinnere mich aber an meine Aufgaben als Heinz Hormännin von Welt und zwinge den Mist rein. Schmeckt so mittelgut. Manche stehen da ja total drauf. Ich wohl nicht.
1. Gang: Carpaccio vom Kalbsfilet mit Limonencreme an kleinem Sommersalat mit geröstetem Olivenciabatta
Yoahhh. Das blasse Kalb schmeckt besser als es auf dem Teller aussieht. Sehr zart und mild. Die Limonencreme, die total Oldschool im Tic Tac Toe-Muster aufgemalt ist, schmeckt zart nach Limone. Der Sommersalat ist in einem Happs im Mund. War was? Achso, da liegt noch das Olivenciabatta. Eine krosse Variante von Sponge Bob. Ertrunken in Olivenöl. Finde es müsste "Olivenöl-Ciabatta" heißen.
2. Gang: Filet von der Rotbarbe auf Orangenteerisotto mit glasiertem Thaispargel und Basilikum beurre-blanc
Kumma. Klassischer Fall von Text-Bildschere. Also glasiert is am Thaispargel mal nix und die weiße Basilikum-Butter, die das Restaurant hier vornehm als "Beurre-blanc" handelt, is wohl nich dabei. Statt dessen Sahne. Für mich ein Zeichen für einen sehr jungen Koch. Nur wer jung ist, kocht noch mit Sahne. Erst im Alter merkt man, dass Sahne nur was für Leute is, die gar nich wissen, wie Sachen originalerweise schmecken. Das Risotto schmeckt. Aber nich nach Orangentee. By the way: Wie schmeckt Orangentee eigentlich? Bestimmt nich nach Sahne. Aber da waren wir ja schon. Die Rotbarbe, mag ich, obwohl ich Fisch sehr gern esse, so gar nich. Sehr strenger Fischgeschmack. Esse nich alles auf.
3. Gang: Mit Kräutern gratiniertes Doradenfilet auf mediterranem Gemüsefächer und gebackenen Polentawürfen an Tomaten-Fenchelsugo
Mmmmh. Kann man machen. Durchaus. Die Dorade ist feinfleischig und sehr frisch. Kruste passt auch gut, is aber nicht ganz krustig geworden. Trotzdem ne eins. Am Gemüsefächer, der aus zwei Zuchini-Scheiben und einem Viertel Aubergine besteht, kann ich keinen Fächer erkennen. Und Polenta is ne Wurst. Das Tomatenfenchelsugo kann man so ooch im Supermarkt kaufen. Heißt Tomatenmark. Einfach raus aus der Tube und fertig.
Dessert: Kakaobohnen-Knuspercanneloni mit Pina Coladaschaum an Ananasravioli und Stracciatella-Kokoseis
Dingdong. Wer da? Käsebrötchen aufgebacken als Knuspercanneloni verkauft. Nee, du kannst draußen bleiben. Auch der Schaum offenbart sich mir nicht als umwerfender Genuss. Die Ananasravioli ist im Gelee erstickt und schmeckt matschig. Und nach Ananas. Wenigstes das. Achso, das Beste: das Eis. Sehr kokosnussig und trotzdem schokoladenstückig. Eine Wohltat.
Und sonst: Service mit Stock im Arsch. Ambiente nett - wie ein Abend im Orient Express. Mitgäste sehr alt und mit Seniorentellern zufrieden.
Das Beste am Abend: Freund.
Brot mit Butter oder Schmierkram:
Sehr frisch und lecker. Krosses Brot mit Nüssen oder Kräutern trifft auf Butter. Fünf Punkte.
Gruß aus der Küche:
Creme Brülée von der Entenstopfleber. Eigentlich esse ich sowas nich. Erinnere mich aber an meine Aufgaben als Heinz Hormännin von Welt und zwinge den Mist rein. Schmeckt so mittelgut. Manche stehen da ja total drauf. Ich wohl nicht.
1. Gang: Carpaccio vom Kalbsfilet mit Limonencreme an kleinem Sommersalat mit geröstetem Olivenciabatta
Yoahhh. Das blasse Kalb schmeckt besser als es auf dem Teller aussieht. Sehr zart und mild. Die Limonencreme, die total Oldschool im Tic Tac Toe-Muster aufgemalt ist, schmeckt zart nach Limone. Der Sommersalat ist in einem Happs im Mund. War was? Achso, da liegt noch das Olivenciabatta. Eine krosse Variante von Sponge Bob. Ertrunken in Olivenöl. Finde es müsste "Olivenöl-Ciabatta" heißen.
2. Gang: Filet von der Rotbarbe auf Orangenteerisotto mit glasiertem Thaispargel und Basilikum beurre-blanc
Kumma. Klassischer Fall von Text-Bildschere. Also glasiert is am Thaispargel mal nix und die weiße Basilikum-Butter, die das Restaurant hier vornehm als "Beurre-blanc" handelt, is wohl nich dabei. Statt dessen Sahne. Für mich ein Zeichen für einen sehr jungen Koch. Nur wer jung ist, kocht noch mit Sahne. Erst im Alter merkt man, dass Sahne nur was für Leute is, die gar nich wissen, wie Sachen originalerweise schmecken. Das Risotto schmeckt. Aber nich nach Orangentee. By the way: Wie schmeckt Orangentee eigentlich? Bestimmt nich nach Sahne. Aber da waren wir ja schon. Die Rotbarbe, mag ich, obwohl ich Fisch sehr gern esse, so gar nich. Sehr strenger Fischgeschmack. Esse nich alles auf.
3. Gang: Mit Kräutern gratiniertes Doradenfilet auf mediterranem Gemüsefächer und gebackenen Polentawürfen an Tomaten-Fenchelsugo
Mmmmh. Kann man machen. Durchaus. Die Dorade ist feinfleischig und sehr frisch. Kruste passt auch gut, is aber nicht ganz krustig geworden. Trotzdem ne eins. Am Gemüsefächer, der aus zwei Zuchini-Scheiben und einem Viertel Aubergine besteht, kann ich keinen Fächer erkennen. Und Polenta is ne Wurst. Das Tomatenfenchelsugo kann man so ooch im Supermarkt kaufen. Heißt Tomatenmark. Einfach raus aus der Tube und fertig.
Dessert: Kakaobohnen-Knuspercanneloni mit Pina Coladaschaum an Ananasravioli und Stracciatella-Kokoseis
Dingdong. Wer da? Käsebrötchen aufgebacken als Knuspercanneloni verkauft. Nee, du kannst draußen bleiben. Auch der Schaum offenbart sich mir nicht als umwerfender Genuss. Die Ananasravioli ist im Gelee erstickt und schmeckt matschig. Und nach Ananas. Wenigstes das. Achso, das Beste: das Eis. Sehr kokosnussig und trotzdem schokoladenstückig. Eine Wohltat.
Und sonst: Service mit Stock im Arsch. Ambiente nett - wie ein Abend im Orient Express. Mitgäste sehr alt und mit Seniorentellern zufrieden.
Das Beste am Abend: Freund.
Hartmut und ich auf dem Mt. Everest der Treppen
Der Morgen begann mit einem Kampf. Hartmut (mein Fahrrad) und ich gegen die steile Kellertreppe. Nur damit das gleich mal klar ist: Ich rede hier nicht von irgendeiner Kellertreppe, sondern von der steilsten der Welt. In etwa so scharf ansteigend wie der Mount Everest. Zu allem Unglück hat die Mount-Everest-Kellertreppe auch noch beknackt schmale Stufen, auf denen man selbst mit Schuhgröße 37 nur schwer einen Fuß gerade aufstellen kann. Hartmut und ich also bereit für den Aufstieg. Im ersten Anlauf schaffe ich drei Stufen. Dann befinde ich mich in der Zwickmühle. Keine Kraft mehr und Hartmut sticht mir mit seiner Pedale in die Waden. So kann das nicht gehen. Trete also vorsichtig den Rückzug an. Nach kurzen, nach innen gerichteten, Schreianfällen und Wutausbrüchen versuche ich es wieder. Hartmuts Pedale wird erstmal fachmännisch nach hinten gedreht. Dann los. Schon nach Treppe fünf merke ich wie meine Arme zu Gummi werden. Hartmut wiegt etwa 90 Kilo, ich 50 - es ist und bleibt ein ungleicher Kampf. Erinnere mich dann kurz an all die tollen Sachen, die ich schon geschafft habe und kann für drei weitere Treppen Kräfte mobilisieren. Ich hänge ein Stück über der Hälfte mit Hartmut rechts im Arm und links ziehe ich mich an den Streben Stück für Stück weiter. Gefährlich ist immer der Moment des Loslassen, wenn ich eine neue Strebe greifen muss. Die 20 Zentimeter muss ich mich komplett auf meinen Körper verlassen. Hartmut zieht mich nach hinten. Ich denke daran wie übel es wäre wenn jetzt einer kommt und wie sehr derjenige dann lachen würde über mich und Hartmut wie wir da eingeklemmt zwischen Wand und Geländer die Treppe raufklettern. Kurz bevor ich oben bin, quasi am steilsten Punkt der Treppe, verlässt mich jeder Rest Kraft. Ich möchte laut Hilfe schreien oder Hartmut einfach loslassen. Und plötzlich ist das Vorderrad oben. Mit noch ein bisschen Kraft steht Hartmut plötzlich auf dem Treppenabsatz. Wir werfen noch einen letzten steilen Blick auf den Abgrund hinter uns und ich zittere vor Anstrengung. Gehe nochmal kurz in die Wohnung, um die Klamotte zu wechseln. Stelle fest, dass beide Arme mit blutigen Striemen überzogen sind. Verleihe mir den Reinhold-Messner-Orden und fahre zur Arbeit.
Donnerstag, 12. Juni 2008
Last-Minute-Aufsteherin
In den letzten Tagen bin ich echt zur Last-Minute-Aufsteherin geworden. Das erste Mal wache ich zwar so gegen 06.00 Uhr auf aber dann fängts auch schon an das Dilemma: Wenn ich erstmal wieder bei Bewusstsein bin, spüre ich erst wie gemütlich weich und warm das Bett ist und dann mag ich es so sehr wie draußen die Bäume im Morgenwind rauschen und manchmal gucke ich dann Freund beim Schlafen zu. Dieser Gemütlichkeitsdusel kann dann gern so bis Anschlag 08.00 Uhr andauern. Eigentlich müsste ich um sieben raus. Während ich so vor mich hindöse und alle zwei Minuten den Wecker ausmache, vergeht die Zeit wie im Flug. Und dann ist gerade noch Zeit für Duschen und Anziehen. Zum Frühstück gibts dann Einbrötchen vom Bäcker, das ich schnell essen muss bevor die Kollegen kommen damit se nicht sehen, dass ich jetzt Last-Minute-Aufsteherin bin. Das geht nämlich niemanden was an.
Mittwoch, 11. Juni 2008
Nomen est Novum
Bei frisch verheirateten Kolleginnen beobachte ich ja gern und immer wieder dasselbe Phänomen. Kurz nach der Heirat kommse wieder ins Büro und haben ihren alten Namen abgelegt. Dann kann es nich schnell genuch gehen mit der neuen Email-Adresse, dem neuen Türschild und wehe der alte Name taucht Minuten später noch in einem uralten Dokument auf. Und ganz schlimm: Wehe ein Mitarbeiter spricht Kollegin noch mit dem alten Namen an. Sofort sind die feinen Ehefrauen wer Neues. Die entwickeln dann auch immer so eine ganz besondere Fixiertheit auf ihren alten Namen. Wennse nur den ersten Buchstaben des alten Namens hören, wird schon gekeift: "So heiß ich nicht mehr!" Ich frage mich dann immer: Wenn man 30 Jahre oder mehr mit einem Namen gelebt hat, wieso kann es da nich auch mal drei Tage dauern bis der neue Name in der Firma akzeptiert ist? Wieso? Oder nicht? Oder wie?
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